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Unser Hobby

Pulvergeruch, lautes Zischen und rasante Starts - das ist die Welt der fliegenden Modellraketen. Seit vielen Jahrzehnten übt dieses spannende Hobby eine ungebrochene Faszination auf Menschen rund um den Erdball aus. Mit fabrikmäßig hergestellten, geprüften und zugelassenen Feststofftreibsätzen erreichen Modellraketen erstaunliche Flughöhen und kehren an einem Bergungssystem sicher zur Erde zurück, wo sie zu einem erneuten Start präpariert werden können. Modellraketen sind im Gegensatz zu Silvesterraketen immer wieder verwendbar. Es gibt verschiedene Varianten von Modellraketen, wie z.B. Nutzlastmodelle, die elektronische Experimente, Kameras oder sogar rohe Hühnereier transportieren können. Nachbildungen echter Weltraumraketen sowie mehrstufige Modelle sind weitere Beispiele für das breite Spektrum dieses Hobbys. So wundert es nicht, dass man Modellraketen in fast allen erdenklichen Größen findet, von wenigen Zentimetern bis hin zu mehreren Metern.

Aufbau einer Modellrakete

Zunächst wollen wir uns anhand eines Fotos dem Aufbau eines typischen Modells widmen. Eine Modellrakete besteht 1. aus einem Körperrohr (meistens aus Pappe), 2. einem Nasenkonus, 3. Flossen, 4. einem Bergungssystem (Fallschirm oder Strömerband) und 5. einem Treibsatz. Für den Start werden zusätzlich eine Startrampe (6.) und ein Startkontrollgerät (7.) benötigt.

Aufbau einer Modellrakete

Aufbau einer Modellrakete

Modellrakete mit Zubehör

Modellrakete mit Zubehör

Funktionsweise einer Modellrakete

Der Flug einer Modellrakete läuft in den meisten Fällen nach demselben einfachen Prinzip ab (siehe Schema unten). Nachdem das Modell mithilfe eines elektrischen Zünders gestartet wurde (1.), beschleunigt es und gewinnt rasch an Höhe (2.). Während der Verzögerungsphase (3.) produziert der Treibsatz keinen Schub mehr, es wird zur besseren Sichtbarkeit des Modells lediglich Rauch erzeugt. Am Gipfelpunkt der Flugbahn angekommen, wirft die Ausstoßladung (dazu später mehr) das Bergungssystem aus (4.), so dass die Rakete unbeschadet zur Erde zurückkehren kann (5.). Anschließend wird der ausgebrannte Treibsatz gegen einen neuen ausgetauscht und das Modell ist bereit für den nächsten Flug.

Typischer Flug einer Modellrakete

Typischer Flug einer Modellrakete

Die ersten Schritte zum Raketenflieger

Neueinsteiger sollten sich zunächst im gut sortierten Modellbauhandel bzw. bei speziellen Versandhändlern über Startersets informieren. Diese enthalten alles, was zum ersten erfolgreichen Start benötigt wird. Sie können zwischen Packungen mit Fertigmodellen oder Bausätzen wählen. Letztere sind in Startpackungen immer schlicht gehalten, so dass sich der Zusammenbau sehr einfach gestaltet. Im Allgemeinen liegen Bausätzen übersichtliche und genaue Aufbauanleitungen bei, allerdings oft nur in englischer Sprache. Zur Montage der Modelle werden Werkzeuge benötigt, die in jedem Haushalt zu finden sind, z.B. Holzleim, Schere, Bastelmesser. Für unbemalte Raketen sollte man sich zusätzlich Sprühfarben besorgen. Näheres dazu entnehmen Sie in den Bauanleitungen. Befindet sich in der Packung ein Fertigmodell, entfallen sämtliche Montagearbeiten (manchmal muss nur noch der Fallschirm angebracht werden).

Nach Ihrem ersten Raketenstart werden Sie garantiert weitere Modelle fliegen wollen! Wer einmal mit dem Raketenvirus infiziert wurde, kann von diesem spannenden Hobby nicht genug bekommen. Ob Bausatz oder Fertigmodell - als angehender Raketeningenieur hat man nun die Qual der Wahl. Aber auch dem selber entwickelten Modell steht nichts mehr im Wege. Der Fachhandel bietet eine große Auswahl an Einzelteilen, mit denen Sie Ihrer Phantasie freien Lauf lassen können. Wenn Sie noch individueller konstruieren möchten, müssen Sie Ihre Bauteile selber anfertigen. Details hierzu findet man in Fachbüchern und -zeitschriften.

Treibsätze

Selbst die besten Raketen fliegen ohne die passenden Treibsätze nicht. Deshalb ist der Raketenmotor wohl der wichtigste Bestandteil einer Rakete. Aber Achtung: Verwenden Sie immer nur industriell hergestellte und ordnungsgemäß registrierte Motoren. Entsorgen Sie den Motor nach dem Flug und setzen Sie einen neuen ein (füllen Sie den Motor nie selbst mit Schwarzpulver etc.). Egal wo und wann Sie sich mit Raketentreibsätzen beschäftigen, werden Ihnen immer wieder Abkürzungen wie beispielsweise diese begegnen: A8-3 oder B4-4. Diese Codes geben den Motortypen an. Der Buchstabe steht dabei für den sog. Gesamtimpuls. Ein D-Motor ist doppelt so stark wie ein C-Motor, viermal so stark wie ein B-Motor, achtmal so stark wie ein A-Motor usw. Die erste der beiden Ziffern gibt den Durchschnittsschub des Motors in Newton an. Die zweite Ziffer beschreibt die sog. Verzögerung in Sekunden (Zeit zwischen Ausbrennen des Schubteils und Zünden der Ausstoßladung, die den Fallschirm aus der Rakete auswirft). Nach dem Kauf einer Bausatz-Rakete orientiert man sich bei der Motorenwahl am Besten an den Empfehlungen auf der Verpackung.

An dieser Stelle muss darauf hingewiesen werden, dass das deutsche Sprengstoffgesetz dem Raketenflieger einiges verbietet, was in Ländern wie den USA oder Frankreich schon längst erlaubt ist. So bedarf es z.B. einer Genehmigung (T-2 Schein) für Motoren, die mit mehr als 20g Treibstoff gefüllt sind. Solche Treibsätze werden in größeren Raketen eingesetzt. Motoren mit weniger als 20g Treibstoff sind frei verkäuflich an Erwachsene ab 18 Jahren.

Weiterführende Infos

Das Modellraketenhobby ist ein umfangreiches Themengebiet und nicht alle Aspekte dieses Hobbys können in einem einzigen Artikel angesprochen werden. Falls Sie sich eingehender mit Modellraketen beschäftigen möchten, sei der Kauf eines Fachbuches empfohlen (z.B. das englischsprachige "Handbook of Model Rocketry" von G. Harry und Bill Stine oder das deutschsprachige "Raketenmodell – Sport und Technik" von Thorwald Petersen). Darin werden die unterschiedlichsten Themen behandelt und selbst schwierige Sachverhalte verständlich erklärt. Auch das Internet bietet zahlreiche Informationsmöglichkeiten für angehende Raketenflieger (siehe Links). Bei Fragen wenden Sie sich einfach an uns!